Hitler und die Nazis - von der Demokratie zur Diktatur

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Wir befinden uns im Jahr 1933 – Hitler kommt an die Macht. In kürzester Zeit wandelt er die Weimarer Republik, Deutschlands erste Demokratie, in eine Diktatur um. Doch wie kann das geschehen? In diesem Blog werfen wir einen Blick auf die 10 entscheidenden Schritte, die Hitler zur uneingeschränkten Herrschaft führen.

Vorgeschichte

Schon 1930 beginnt die parlamentarische Demokratie zu bröckeln. Reichspräsident Paul von Hindenburg, seit 1925 im Amt, regiert ab 1930 im sogenannten Präsidialregime. Er nutzt seine weitreichenden Befugnisse und regiert zunehmend per Notverordnung. Gleichzeitig stürzt die Weltwirtschaftskrise von 1929 die junge Republik in eine tiefe Krise. Millionen Menschen verlieren ihre Arbeit, die Unzufriedenheit wächst. Die extremen Parteien – allen voran die NSDAP – gewinnen immer mehr Stimmen.

"Machtergreifung"

30. Januar 1933

Hindenburg ernennt Hitler zum Reichskanzler – auf Druck konservativer Berater wie Franz von Papen. Sie glauben, ihn mit wenigen Ministerposten in einer Koalitionsregierung kontrollieren zu können ("Zähmungskonzept"). Doch dieser Plan scheitert. Hitler nutzt seine neue Macht geschickt aus.

Reichstagsbrandverordnung

28. Februar 1933

Der Reichstag brennt. Bis heute ist unklar, wer den Brand legt. Die Nazis schieben die Schuld den Kommunisten zu und behaupten, ein kommunistischer Aufstand stehe bevor. Hitler nutzt die Gelegenheit: Mit der Reichstagsbrandverordnung setzt er zentrale Grundrechte außer Kraft. Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit sind damit Geschichte. Die Polizei und die SA können nun politische Gegner willkürlich verhaften. Die Grundlage für eine Diktatur ist geschaffen.

Der Reichstag brennt.

Tag von Potsdam

21. März 1933

Hitler inszeniert sich als seriöser Staatsmann. In einer feierlichen Zeremonie im Potsdamer Garnisonkirche verbeugt er sich tief vor Hindenburg – ein geschickter Schachzug, um die konservative Elite und das Militär für sich zu gewinnen. Die Nazis präsentieren sich als Bewahrer preußischer Traditionen und kaschieren so ihre eigentlichen Pläne.

Ermächtigungsgesetz

24. März 1933

Der Reichstag verabschiedet das Ermächtigungsgesetz. Unter massivem Druck stimmen auch viele nicht-nationalsozialistische Abgeordnete zu. Das Gesetz gibt der Regierung die Befugnis, Gesetze ohne das Parlament zu erlassen – sogar entgegen der Verfassung. Damit ist die Gewaltenteilung faktisch aufgehoben. Hitler kann nun ohne demokratische Kontrolle regieren.

Gleichschaltung der Länder

Ab 31. März 1933

Die Nazis nehmen sich die Länder vor. Gesetze zur Gleichschaltung sorgen dafür, dass die Bundesstaaten ihre Eigenständigkeit verlieren. In jedem Land setzt Hitler "Reichsstatthalter" ein – treue NS-Funktionäre, die die Kontrolle übernehmen. Kritische Politiker und Beamte werden entlassen, die Verwaltung wird stramm auf NS-Kurs gebracht.

"Säuberungen" im Beamtenapparat

7. April 1933

Mit dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" beginnt die systematische Entlassung von politischen Gegnern und jüdischen Beamten. Sozialdemokraten, Kommunisten und unliebsame Christen verlieren ihre Posten. Wer nicht linientreu ist, fliegt raus. Die Verwaltung wird gleichgeschaltet, das NS-Regime weiter gefestigt.

Auflösung von Gewerkschaften

2. Mai 1933

Die Nazis zerschlagen die Gewerkschaften. Ihre Gebäude werden besetzt, Funktionäre verhaftet oder in KZs gebracht. Die Arbeiterbewegung verliert jede Möglichkeit zur Mitbestimmung. Stattdessen errichten die Nazis die "Deutsche Arbeitsfront" – eine Organisation, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber unter nationalsozialistische Kontrolle bringt.

Deutschland wird Einparteienstaat

14. Juli 1933

Ein neues Gesetz verbietet alle Parteien außer der NSDAP. Die Gründung neuer Parteien wird untersagt. Deutschland ist nun offiziell ein Einparteienstaat. Bei der Reichstagswahl im November gibt es nur noch eine "Wahlmöglichkeit": die NSDAP. In einer Scheinwahl kommt sie auf 92 % der Stimmen – eine Farce, die den totalen Machtanspruch untermauert.

"Säuberung" in der NSDAP

30. Juli 1934

Die SA, die Hitler einst auf die Straße brachte, wird ihm zu mächtig. Deren Führer, Ernst Röhm, fordert mehr Einfluss und eine "zweite Revolution". Hitler sieht seine Macht in Gefahr. Im sogenannten Röhm-Putsch lässt er Röhm und weitere hochrangige SA-Führer ermorden. Gleichzeitig nutzt er die Gelegenheit, um sich unliebsamer Gegner zu entledigen. Die SA wird entmachtet, die SS steigt auf und Hitlers Griff nach der absoluten Macht geht weiter.

Tod Hindenburgs

2. August 1934

Paul von Hindenburg stirbt. Hitler nutzt die Gelegenheit, um sich auch das Amt des Reichspräsidenten unter den Nagel zu reißen. Er vereint beide Ämter in der neuen Bezeichnung "Führer und Reichskanzler". Die Wehrmacht schwört ihm nun persönliche Treue – nicht mehr dem Staat.

Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.
- Eidesformel vom 2. August 1934

Der letzte Schritt zur totalen Diktatur ist getan.

Hitler hat sein Ziel erreicht: Deutschland ist eine nationalsozialistische Diktatur. Die Folgen sind verheerend – Verfolgung, Krieg und der Holocaust fordern Millionen Menschenleben.

Quellen

Siehe auch

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2 Kommentare
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Level 44
23. Feb 2025
Thumbnail wird bald hinzugefügt.
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Level 44
11. Jan 2026
Update Log

11.01.2026: Thumbnail wurde hinzugefügt, außerdem wurden zwei Bilder entfernt, da Bilder zum Nationalsozialismus gemäß der Nutzungsbedingungen von JetPunk verboten sind.