Die Bundesliga ohne Bayern München
Letzte Aktualisierung: 3. März 2026
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Einleitung
Seit Jahren wird die Bundesliga von einem Verein geprägt wie kaum eine andere große Liga in Europa. Die Meisterschale ging immer wieder nach München – manchmal spannend, manchmal weniger. Doch was wäre eigentlich passiert, wenn es diesen einen Dauermeister nie gegeben hätte?
Dieses Gedankenspiel soll kein Seitenhieb sein und auch kein Versuch, Erfolge kleinzureden. Im Gegenteil: Gerade weil die Dominanz so außergewöhnlich ist, lohnt sich ein Blick auf das „Was wäre wenn“. Welche Vereine hätten mehr Titel gesammelt? Welche Epochen wären vielleicht ganz anders in Erinnerung geblieben? Und würde man die Bundesliga heute als ausgeglichener wahrnehmen?
In diesem Blog geht es darum, die Geschichte der Liga einmal neu zu denken – ohne den Rekordmeister, aber mit all den anderen Clubs, die Jahr für Jahr um ihre Chance gekämpft haben.
Die 1960er-Jahre
In den ersten 6 Jahren der neugegründeten Fußball-Bundesliga ist an eine Dominanz des FC Bayern München noch nicht zu denken. Von 1964 bis 1970 wurde immer ein anderes Team Deutscher Meister. 1969 konnte auch der FC Bayern diesen Erfolg feiern. Ohne die Münchener wäre in diesem Jahr Alemannia Aachen Meister geworden. Eine Überraschungsmeisterschaft vor Gladbach und Braunschweig für die Mannschaft, die vor 2000 nur 3 Jahre in der Bundesliga verbrachte.
Die 1970er-Jahre
In den 70ern sieht die Bundesliga schon anders aus. Wenige Top-Mannschaften können sich vom Rest distanzieren und die Meisterschaft unter sich ausmachen. So werden Borussia Mönchengladbach und Bayern München zwischen ´70 und ´79 zusammengerechnet 8-mal Deutscher Meister. Hätten die Bayern in diesem Jahrzehnt nicht dreimal an der Spitze gestanden, wären Schalke 04, der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach Meister geworden. Damit hätte die Elf vom Niederrhein diesen Erfolg 4-mal nacheinander feiern können, während es für den Effzeh die zweite Meisterschaft nach der Bundesliga-Debütsaison gewesen wäre. Auffällig ist auch, dass ohne Bayern in der Bundesliga, Schalke bereits vor über 50 Jahren mehr Bundesliga-Meisterschaften hätte als heute mit dem FC Bayern.
Die 1980er-Jahre
Nach dem Ende der bis heute besten Jahre in der Geschichte Borussia Mönchengladbachs kristalliesiert sich Bayern München in den 80ern immer mehr als die Macht in der Bundesliga heraus. ´80, ´81, ´85, ´86, ´87 und ´89 ging die Meisterschale nach München zu den Bayern. Gingen diese Meisterschaften auf die Konten der Vizemeister verändert sich das Bild enorm. Sowohl 1980 als auch ein Jahr später wäre der Hamburger SV mit Horst Hrubesch und Manfred Kaltz Meister geworden und damit 5 Jahre hintereinander. Zu dem Zeitpunkt die längste Meisterschaftsserie in der Bundesliga. Mitte der 80er eine deutlich veränderte Situation. 1985 und 1986 hieße der Deutsche Meister Werder Bremen. Damit hätten die Werderaner in den 80er-Jahren nach der 3 Meisterschaften geholt. 1987 wurde der HSV und 1989 der 1. FC Köln Vizemeister hinter Bayern München und somit in diesem Gedankenexperiment Meister.
Die 1990er-Jahre
Auch mit dem FC Bayern waren die 1990er-Jahre beim Blick auf die Meisterschaften durchaus ausgewogen. In "nur" 4 Jahren ging die Meisterschale nach München. Ohne diese Bayerischen Erfolge wäre sie nach Köln, Kaiserslautern und Leverkusen gegangen. Somit hätten in den 90ern Dortmund, Leverkusen und Kaiserslautern mehrmals die Meisterschaft geholt, die Pfälzer sogar in 3 Jahren. Interessant ist auch, dass der bis heute bekannte, scherzhafte Name "Vizekusen" für die Werkself wohl gar nicht entstanden wäre, da Bayer 04 bereits Ende der 90er zwei Meisterschaften geholt hätte. Aus neutraler Sicht wäre dieses Bundesliga-Jahrzehnt, aufgrund Überasschungsmeisterschaften und 6 unterschiedlichen Meistern enorm interessant gewesen.
Die 2000er-Jahre
Mit der Jahrtausendwende begann der Siegeszug des FC Bayern München: Zwischen 2000 und 2009 holten sie sechs Meisterschaften. Nur vereinzelte Unterbrechungen durch Dortmund, Werder, Stuttgart oder Wolfsburg gab es in diesem Jahrzehnt. Ohne Bayern hätten wir mit Leverkusen, Schalke, Dortmund, Werder, Stuttgart und Wolfsburg 6 verschiedene Deutsche Meister gesehen. Auffällig ist die kleine Dominanz von Schalke und die in die 2000er hereinreichende Dominanz Leverkusens, welche beide mit dem Bayern zu diesem Zeitpunkt keine Meisterschaft feiern durften. In diesen Abschnitt der Bundesliga fällt logischerweise auch die Saison 2000/01, wo die Schalker bei Vernachlässigung des FC Bayern nicht nur "Meister der Herzen" sondern wirklicher Deutscher Meister werden. In den 2000er-Jahren wurden zudem Werder Bremen und der VfB Stuttgart jeweils Vizemeister hinter Bayern München und in diesem Gedankenexperiment zwei Mal Deutscher Meister. Werder ist am Ende des Jahrzehnts mit 8 Meisterschaften auch deutlich deutscher Rekordmeister.
Die 2010er-Jahre
Die 2010er - der Grundstein für diesen Blog wird gelegt. 8-mal wird Bayern München in diesem Jahrzehnt Deutscher Meister, 7 Jahre nacheinander. Nur in den Jahren ´11 und ´12 wird der BVB Meister. In diesen 10 Jahren ist der Blick auf die Meister ohne Bayern München natürlich sehr interessant. Nach den fiktiven Rekordmeisterschaften Werder Bremens können die Dortmunder in den 2010ern diesen Rekord brechen. 2019 holt der BVB die neunte Meisterschaft, womit sie an Werder vorbeiziehen. Zwischen 2011 und 2014 wird Dortmund 4 Jahre hintereinander Meister, es folgen 2016 und 2019 2 weitere Titel. Aber auch die andere Hälfte des Revierderbys, Schalke, ist in diesem Jahrzehnt erfolgreich. 2010 und 2018 werden Meistertitel 4 und 5 für die Gelsenkirchener gewonnen. RB Leipzig wird als Aufsteiger 2017 Deutscher Meister, Wolfsburg 2015 ein zweites Mal nach 2009.
Die 2020er-Jahre
Überblick
Schlusswort
Vielen Dank für das Lesen und das Interesse an diesem Blog. Schreibe gerne in die Kommentare, ob es dir gefallen hat.
Quellen
bundesliga.de
werder.de
hsv.de
fcbayern.com
Ruhr Nachrichten
kicker.de
Wikipedia